Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man den Mund halten

Deswegen war es jetzt längere Zeit auch still hier im Blog. Heute fühle ich mich aber schon ein wenig unter Druck doch mal wieder was von mir hören zu lassen. Deswegen hier mal eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse in den letzten Tagen/Wochen:

Jochen Schweizer verbietet PostView
Für mich eine äußerst enttäuschende Entwicklung, denn ich weiß, dass den Beteiligten die Entscheidung nicht leicht gefallen ist, sie aber dennoch getroffen werden musste. Ich hoffe, dass es hier noch zu einem Umdenken kommt und letztlich die Zahlen doch für Postview in einem gewissen Rahmen sprechen (meine Statistiken tun das nämlich zum Beispiel sehr deutlich). Da ich mich der ständigen gegenseitigen Schuldzuweisungen der Agenturen, Netzwerke, Affiliates und Merchants nicht anschließen möchte, werde ich hier nicht ausführlich meine Meinung dazu diskutieren. Jeder der mich aber kennt oder mal trifft kann mich gerne darauf ansprechen, denn gerade PV ist eines meiner Lieblingsthemen, da ich immer noch der Auffassung bin, dass es 99% der Leute, die mitreden, nicht verstehen – technisch wie wirtschaftlich!

A4UExpo
In 11 Tagen ist es soweit – die A4UExpo Europe in Amsterdam beginnt und ich werde vor Ort sein und auch mal internationale Luft schnuppern (wobei das bei einer deutschen Beteiligung von angeblich knapp 50% schwer werden könnte ;-) ). Vorallem die Diskussionen auf den Parties werden für mich wohl das Highlight werden, denn die Session versprechen zwar im Detail ganz interessant, aber nicht superspannend zu werden. Wer vor Ort ist: Bitte sprecht mich an!

Media und PR oder “Wie vergraule ich mir Partner”
Heute hat mir mein Vermarkter bei MovieMaze.de erzählt, dass eine Media-Agentur von Kundenseite aus (es handelt sich hierbei um einen großen Verleiher) nicht bei uns buchen darf. Der Grund: Durch die PR-Arbeit wird auf MovieMaze.de schon genug Werbung für unsere Filme gemacht, da muss man kein Geld mehr ausgeben. Nachdem das Telefonat beendet war, rief ich bei einer befreundeten PR-Agentur an und teilte ihnen mit, dass wir ab sofort keinerlei Gewinnspiele, Sonderaktionen oder Trailer-Highlights mehr für diesen Verleiher machen! Jede außergewöhnliche Erwähnung der Filme wird eingestellt!
Mir ist klar, dass der Verleiher sich dadurch sicherlich nicht ändern und es ihm egal sein wird, aber bei sowas geht es ums Prinzip! Wir sind auf diesen Verleiher nicht angewiesen, sondern machen partnerschaftlich Werbung für seine Filme. Dass wir aber nur von Gewinnspielen nunmal nicht leben können, sondern unseren Traffic auch monetarisieren müssen kommt bei den [beliebiges Schimpfwort] wohl nicht an. Also lässt man die Portale, die mit viel Mühe und privatem Engagement aufgebaut und zu einer Hauptinformationsquelle wurden, einfach am langen Arm sterben! Herzlichen Glückwunsch liebe Verantwortliche: So kann man mit Partnern natürlich auch umspringen, ich werde es euren Agenturen und auch euch selbst bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben, wie mies ich das finde!
Für alle anderen Verleiher hat das einen großen Vorteil: Die bekommen jetzt nämlich noch mehr Aufmerksamkeit für ihre Filme, Gewinnspiele und Aktionen. Sollte ein Verleiher oder PR-Agentur dies lesen – bitte melden – wir haben gerade ein paar Gewinnspielideen verworfen und sicherlich tolle Möglichkeiten eure Filme entsprechend anzuteasern!

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1 Kommentar to “Wenn man nichts zu sagen hat, sollte man den Mund halten”
Julian Veröffentlicht in 20. April 2009 um 21:08

Das ist ja eine harte Nummer mit dem Einbuchen von Verleihern bei MM. In meiner Eigenschaft als Filmjournalist habe ich natürlich eher weniger mit dem redaktionsinternen Vorgehen bei MM oder anderen Kunden zu tun, aber nachdem wir sowieso schon die PR-Arbeit für viele Verleiher für mau (für diese zumindest) erledigen, lässt das tolle Argument, nun auch noch gerade wegen dem (traurigen) erfolg dieser Taktik eindeutig bezahlte Werbeinhalte auszusetzen, ehrlich gesagt ziemlich tief blicken. Offenbar ist journalistische Qualität völlig egal, solange der Film nur im Gerede ist. Nur die Erwähnung bringt offenbar den Umsatz an der Kinokasse, und wenn das die Journalisten für MM (oder andere Publikationen) erledigen, dann muss man ja keine eigene Werbung mehr machen.

Eigentlich sollten wir Journalisten uns gleich direkt vom Verleih bezahlen lassen, das wäre dann wenigstens ehrlich. Und wenn wir in so einem Fall dennoch auch weiterhin völlig frei schreiben dürften, wäre tatsächlich allen gedient. :-)

Viel Spaß in Amsterdam!

PS: Sehe ich es richtig, dass beim PostView-Tracking über ein Cookie beim Käufer einer Sache gecheckt wird, wo er die Anzeige dafür gesehen haben könnte, und diese(r) Partner dann die Provision bekommt? Schlaue Sache!

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